5 Fakten aus der Influencer World

Die Faszination für Instagram ist groß, die Werbemöglichkeiten sind gigantisch. Doch Influencer Marketing ist ein Bereich, der für Außenstehende schwer zu fassen ist. Wir wollten darüber mehr wissen und haben die Influencerin und Social Media Consultant Nina Noel Weiß nach Fakten gefragt. Hier kommen ihre Insights:

1. Enorme Reichweiten

Vergleicht man die Berliner Morgenpost mit einer Auflage von 80.000 mit einem größeren Influencer wie Fata Hasanovic (359.000 Follower), dann wird einem bewusst, wie chancenreich Social Media Marketing sein kann.

2. Influencer - doch keinen Einfluss

Die Chancen der #socialsociety für Unternehmen sind allgemein bekannt. Doch welche Risiken gibt es und wie können diese minimiert werden?

Nach wie vor stelle ich verwundert fest, dass selbst große Unternehmen mit nur vermeintlich großen Influencern kooperieren, deren Accounts fake sind. Sie bestehen zum großen Teil aus fake Followern, fake Views, fake Likes, fake Stats und die fake Kommentare dürfen natürlich auch nicht fehlen - sonst fliegt das Ganze ja auf. Wir reden also von einem künstlich herbeigeführten Engagement. Leider ist dieses Wissen noch nicht in allen Marketing-Abteilungen angekommen und das ist gleich für zwei Seiten ärgerlich: Ehrlichen Influencern entgehen Kooperationen, da ihr geringeres Engagement als nicht lukrativ bzw. effektiv gilt. Die Unternehmen wiederum verschwenden ihr Geld und generieren nahezu keinen Effekt bzw. erreichen ihre Social Media Ziele nicht. Doch wie erkenne ich fake Accounts?

Ist die Anzahl der Likes für die Posts immer relativ identisch, könnte dies ein Hinweis sein. Denn eigentlich schwanken die Zahlen je nach Tag, Wetter, Uhrzeit, Qualität und Art des Bildes. Hat ein Influencer viele fake Follower (Follower aus dem Ausland oder Follower, die enorm vielen Accounts (3000+) folgen, selbst aber nur wenige Follower haben), dann ist das ebenfalls auffällig. Gleiches gilt für die Likes. Sind hier sehr viele Likes von offensichtlichen fake Followern vorhanden, ist dies ebenfalls ein klares Indiz.

Dies sind nur einige Punkte, anhand derer fake Accounts identifiziert werden können. Manche fake Accounts sind besser getarnt, andere schlechter. Social Media Consultants leisten Unternehmen Hilfestellung bei der Analyse.

Klassische Hashtags sind nicht mehr so wichtig - heute geht es darum, Marken direkt im Bild zu taggen
Die Aufnahme selbst entsteht zwar im Bruchteil einer Sekunde, aber Vor- und Nachbereitung beanspruchen viel Zeit.

3. Modelagenturen waren gestern

Heute gibt es unzählige Influencer Agenturen, die Influencer exklusiv unter Vertrag nehmen und diese dann vertreten und managen. Diese Agenturen akquirieren gegen eine Provision Kooperationen für ihre Influencer. Es gibt aber auch Agenturen, die andersherum arbeiten: Sie planen Social Media Kampagnen für einen Kunden und wählen aus einem großen Pool an nicht exklusiven Influencern die passenden Influencer aus. 

4. Apps - easy ways to connect

Doch wie finde ich den passenden Influencer, wenn ich wenig Budget für eine Agentur bzw. eine Kampagne zur Verfügung habe? Es gibt mittlerweile verschiedene Apps, die sich darauf spezialisiert haben, Unternehmen und Influencer zusammenzubringen. Unternehmen können ihre Produkte oder Dienstleistungen (mit oder ohne zusätzliche Vergütung) anbieten und Influencer können diese Kooperation bei Interesse annehmen. Beispiel: Ein Restaurant in Hamburg bietet dem Influencer 40 € Freiverzehr und erwartet dafür einen Feed-Post oder eine Story. Der Vorteil solcher Kooperationen ist, dass diese aus einer echten Motivation heraus entstehen (der Influencer hat Hunger und möchte essen gehen) und somit sehr authentisch sind. 

5. „Ach, viel zu teuer. Es ist doch nur ein einziges Foto!“

Sowas hören Influencer ziemlich häufig. Ich glaube, dass vielen Firmen nicht bewusst ist, wie viel Arbeit in einem Foto für einen Kunden steckt. Folgende Arbeitsschritte gehören dazu: Anfragen bearbeiten, mit dem Kunden verhandeln, Paket von der Paketstelle abholen, Konzept entwickeln, Location suchen, Fotografen suchen und ggf. kostenpflichtig buchen, sich für das Foto stylen, shooten/Content generieren, Fotoauswahl, Bildbearbeitung, Bildunterschrift texten, Upload mit Hashtags und Markierungen, auf Kommentare reagieren, dem Kunden die Auswertungen senden, Rechnung schreiben.

Zusätzlich zahlt man, wie bei den alten Medien auch, für die Reichweite.

Unentgeltlich bzw. nur gegen Produkte mit einem geringen Wert lohnt sich die Arbeit für Influencer nicht. Nicht zu vergessen, dass auch geschenkte Artikel oder Dienstleistungen versteuert werden müssen.

Nina Noel Weiß
Nina hat Betriebswirtschaft studiert und ist sowohl als Social Media Consultant als auch als Influencerin auf Instagram aktiv. Sie kennt das Social Media Business also von zwei Seiten. Ihr Lieblingsthema sind die Chancen und Risiken, die Kooperationen mit Influencern bergen. Wir freuen uns, sie im Team nushu dabei zu haben.