RHO KOMBUCHA Gründerin Jennifer Färber im nushu talk

Du magst Kombucha? Dann wird dir das Unternehmen unserer Gründerin Jennifer Färber gefallen. Die 28-jährige aus Kassel gründete im August 2018 ihr Unternehmen RHO KOMBUCHA, mit dem Ziel rohen Kombucha in Hamburg selbst herzustellen und zu verkaufen. Wir haben mit ihr über das Abenteuer Start-up gesprochen.

Wie kamst du auf die Idee, rohen Kombucha herzustellen und zu verkaufen?

_Die Idee entstand aus der Leidenschaft heraus, da es zu dem Zeitpunkt noch keinen rohen Kombucha in der Qualität in Hamburg zu kaufen gab. Wie so viele, haben wir selber Kombucha in der privaten Küche hergestellt und konnten Hamburg unseren Kombucha irgendwann nicht mehr vorenthalten. Dann wird rohem Kombucha u.a eine probiotische Wirkung zugesprochen. Demzufolge ist es nicht nur ein leckeres Getränk, sondern hat auch einen funktionalen Zusatznutzen, aber eben nur dann, wenn es nicht pasteurisiert wird und das ist unser Ansatz: Ein bekömmliches Getränk zu produzieren, was vor gar nicht so langer Zeit noch in deutschen Apotheken verkauft wurde – deshalb auch unsere originalen Apothekerflaschen – und es mit neuen exotischen Geschmackssorten zu kombinieren. Deshalb auch #Kombuchaneudefiniert!

 

Bei vielen macht sich ein Gefühl von Verunsicherung breit, wenn sie an einen Start von null und ohne Sicherheiten denken. Ging es dir genauso? Hattest du dir einen Fahrplan zurecht gelegt?

_Als die Idee entstand, habe ich insgesamt drei Monate überlegt, ob ich den Schritt ins kalte Wasser wirklich wagen soll oder nicht. Schließlich war ich zu dem Zeitpunkt gerade mal 26 Jahre alt. Nach einem ausführlichen Pro- und Kontra Vergleich habe ich mich dann doch für die Gründung entschieden, auch wenn die Kontra-Seite länger war als die Pro-Seite. Dafür war die Leidenschaft zum Produkt einfach zu groß, um es nicht zu machen. Die Entscheidung für die Gründung habe ich ganz bewusst am 01.Februar 2018 gefällt. Ich hatte für alles einen Fahrplan und am Ende kam es dann meist doch ganz anders als gedacht. Aber so ist das eben im Leben!

 

Welche Herausforderungen musstest du in den ersten Monaten meistern?

_Wir haben uns kein leichtes Produkt ausgesucht! Rohen Kombucha in kleinen Mengen in der eigenen Küche herzustellen, mag zwar einfach sein, aber wenn man es skalieren möchte, wird es mikrobiologisch sehr komplex. Vor allem wenn man keinen Hintergrund in Sachen Lebensmittelproduktion hat wie wir.

 

Fail fast, fail hard, fail often – Stimmst du zu? Was sind deine größten Learnings seit deiner Gründung?

_Ja, da stimme ich zu. Wahrscheinlich sind es die Learnings über mich selber. Zu erkennen, wo Stärken unterschätzt wurden, aber auch ganz klar, Schwächen, an denen ich arbeiten muss. 

Findest du es wichtig, Mentor*innen an deiner Seite zu haben?

_Ich bin sehr froh meine Unternehmensberaterin Rita Mirliauntas vom Gründerkompetenzzentrum an meiner Seite zu haben. In Hamburg ist Rita mittlerweile bekannt als „Hamburgs Gründungsmutter". Eine wahnsinnig „eingeschaltete” Frau mit großem Herz für Gründerinnen wie mich. Sie begleitet mich schon seit Anfang an und darüber bin ich sehr dankbar. Gute Beraterinnen bzw. Mentorinnen wie Rita sind gerade in der Anfangsphase sehr wichtig, wo eben noch vieles unklar ist.

 

Welches Mindset und welche Fähigkeiten braucht man deiner Meinung nach, um ein Unternehmen erfolgreich zu gründen?  

_Ein wacher Geist, einen gewissen inneren Grundfrieden und die Gelassenheit, dass sich Dinge zum Guten entwickeln werden, auch wenn sich Umstände ändern. Und ein Erfolgsfaktor meiner Gründung war das erfolgreiche Netzwerken. Ich war seit Beginn sehr proaktiv und das hat sich ausgezahlt. 

 

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus, hilft dir eine tägliche Routine?

_Die einzige Routine, die ich morgens habe, ist vor der Arbeit Sport zu treiben und mir frischen Kombucha abzuzapfen, wenn ich ins office komme. Sonst gleicht kein Tag dem anderen. Manchmal wünsche ich mir mehr Routine, weil es sehr viel kognitiven Aufwand benötigt, nicht im „Autopiloten zu fahren”. 

 

Wie handhabst du es mit der Erreichbarkeit, bist du ein Fan von digital detox oder immer erreichbar? 

_Selbst und ständig. Da wird sich wahrscheinlich auch in nächster Zeit nichts ändern, aber das ist auch ok – ich arbeite ja gerne. Digital Detox versuche ich zwar, aber bin noch nicht gut darin.

 

Warum glaubst du, gibt es so wenige Frauen, die gründen? 

_Viele großartige und talentierte Frauen stehen sich leider oft selbst im Weg, weil die Selbstzweifel zu groß sind. Davon bin ich natürlich auch nicht befreit, aber ich lerne jeden Tag dazu. Mehr Leichtigkeit und Mut im Leben sind meine Antwort!

 

Lieben Dank, Jennifer!

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