Businesstaschen-Gründerin Julia Vollenweider im nushu talk

Beruflich und privat immer viel unterwegs, war Julia Vollenweider immer auf der Suche nach einer Tasche, die der perfekte Begleiter ist: Mit einer durchdachten Aufteilung, langlebig und zeitlos schön. Doch sie wurde nie fündig und so beschloss sie nach zwölf Jahren in der deutschen und italienischen Modebranche, ihr eigenes Businesstaschenlabel VOLLENWEIDER Business Bags aufzubauen. Zwei Jahre später haben wir mit ihr über ihren Einstieg in die Gründungswelt, ihre Herausforderungen und über Digital Detox gesprochen.

Du hast dich vor rund zwei Jahren mit deinem Taschenlabel VOLLENWEIDER selbständig gemacht. Wie ist es dir ergangen, als du dich von der Festanstellung verabschiedet hast?

_Ja, es war auch ganz schön gruselig nur mit einer Vision und einem Businessplan in der Tasche die sichere Welt der Festanstellung zu verlassen. Ich habe von Anfang an versucht mir so viele Informationen wie möglich zu beschaffen, um auf alles Erdenkliche vorbereitet zu sein.

 

Was würdest du sagen waren die größten Herausforderungen bei deiner Gründung?

_Es gab einige größere Herausforderungen: Businessplan schreiben, Prototypen fertigen lassen, Marke eintragen, einen Gründungskredit beantragen – alles gar nicht so einfach, wie in der Theorie.

 

Fail fast, fail hard, fail often – Kannst du da zustimmen?

_Für mich ist eher das Gegenteil der Fall. Rückschläge rauben mir Energie und können das Vertrauen ins eigene Projekt schon mal ins Wanken bringen. Ich ziehe daher meine Motivation aus den Erfolgen. Wenn etwas gut läuft, gibt das Bestätigung und beflügelt den Weg weiter zu verfolgen und jedes Etappenziel bringt einen weiter. So kommt man auch durch die zermürbenden Momente, wenn mal etwas schief geht. 

 

Wie wichtig war dein Netzwerk beim Gründungsprozess?

_Für mich waren Netzwerk und vor allem intensiver Austausch von Anfang an eine wichtige Hilfe. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele wertvolle Tipps ich auch in Gesprächen mit anderen, sogar auch von Fremden erhalte.

 

Welches Mindset und welche Fähigkeiten braucht man deiner Meinung nach, um ein Unternehmen erfolgreich zu gründen?  

_Einen eisernen Willen, Beharrlichkeit und die Flexibilität, sich um die unterschiedlichsten Themenstellungen zu kümmern. Plötzlich muss man alles sein: Designerin, Verkäuferin, Logistikerin, Programmiererin, Social Media Expertin und so weiter!

 

Beschreibe deinen typischen Arbeitstag, hast du eine Routine?

_Ja, Routine hilft sehr. Normalerweise starte ich den Morgen mit einer halben Stunde Sport zum Wachwerden, dann kontrolliere ich die E-mails und der Arbeitstag beginnt.

 

24/7 oder Digital Detox, wie hältst du es mit den Arbeitszeiten? 

_Kommt ganz drauf an. Vormittags und Nachmittags versuche ich die klassischen Office-Hours einzuhalten, aber an „selbst und ständig" ist was dran, so kann es abends und am Wochenende auch mal länger gehen. Auf der anderen Seite kann ich mir die Zeit selbst einteilen und habe mir ab und an auch schon Digital Detox verordnet.

 

Du bist eine von ja doch verhältnismäßig wenigen Gründerinnen in Deutschland. Warum glaubst du ist das so?

_Ich denke, Frauen haben oft ein größeres Sicherheitsbedürfnis und gehen auch bewusster mit finanziellen Verpflichtungen um. Die unsichere finanzielle Zukunft ohne geregeltes Einkommen ist eine große Hürde und relevante Fördermittel sind auf relativ wenige Branchen und Inhalte beschränkt. 

 

Zum Abschluss noch ein Sprung zum Privaten: In was bist du Expertin außerhalb deines Startups?

_Italienreisen!

 

Vielen Dank, Julia!

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