Das war das nushu breaky am 11.10.

3 Fragen, 3 Perspektiven, 3 Monate

Wie du deinem Purpose auf die Schliche kommst

Warum mache ich das eigentlich? Diese Frage hast du dir vielleicht auch schon mal gestellt, als du abends müde nach Hause gekommen bist. Christine Solf, Senior Manager von Accenture Consulting, ist der Meinung: Der eigene Purpose kommt früher oder später raus – und das ist auch gut so, denn wer seinen Purpose gefunden hat, dem macht die Arbeit viel mehr Spaß und es muss viel weniger Energie aufgewendet werden. Bei unserem nushu breaky auf der Karrieremesse herCAREER gab uns Christine anhand ihrer Steps „3 Fragen, 3 Perspektiven, 3 Monate” deshalb ihren Purpose-Fahrplan an die Hand.

Wenn du noch auf der Suche nach deinem Purpose bist, kommt hier jetzt leider erstmal ein kleiner „Downer”: Den eigenen Purpose zu finden ist keinesfalls ein Spaziergang im Frühling, sondern vielmehr „ein Spaziergang im Herbst, bei dem es auch mal ungemütlich wird”, so Christine. Wie bei vielen wichtigen Momenten im Leben, ist auch hier ein Prozess im Gange, bei dem es manchmal knirscht. So ist selbst wenn man seinen Purpose gefunden hat nicht gleich alles gelöst. Da drängt sich zum Beispiel schnell die Frage auf, wie diese Erkenntnis nun im Berufsleben umgesetzt werden kann. Aber umso schöner ist es, wenn du nach und nach dorthin kommst und du siehst, wie sich die Stücke langsam zusammensetzen. 

Step 1: Stelle dir drei Fragen – und verschweige dir nichts, wenn du die Antworten aufschreibst.

  • Was würdest du tun, wenn du kein Geld mit deinem Job verdienen müsstest? 

  • Um was bitten mich meine Freunde um Hilfe? Erstelle eine Liste – das sind die Sachen, in denen du wirklich gut bist. 

  • Wozu sagst du nie nein? Oder anders gefragt: Womit sabotierst du deine guten Vorsätze? Du nimmst dir vor drei Mal die Woche joggen zu gehen, findest dich aber jedes Mal bei einer anderen Aktivität wieder? „Selbstsabotage ist ein schöner Weg herauszufinden, was man eigentlich will.”, so Christine.

Step 2: Nutze drei Perspektiven – und mache dir Notizen.

  • „Das schonungslose Tagebuch”: Sammle und analysiere deine eigenen Verhaltensspuren. Was habe ich letztes Jahr gemacht? Wie geht es mir am Ende vom Tag? Bin ich total geschafft und kann nichts mehr tun, außer mich auf mein Sofa fallen zu lassen? Oder bin ich selbst nach einem langen Arbeitstag noch voller Elan? Das sind nämlich die Purpose-Tage! Diese Tage gehen dir leicht von der Hand, machen dir Spaß und benötigen weniger Energie. Pro-Tipp: Mache dir Notizen, denn aufgeschrieben hat es eine ganz andere Wirkung!

  • „Das überraschte Gegenüber”: Stelle überraschende Frage(n) zu dir einer möglichst heterogenen Auswahl von relevanten Menschen. Christine fand ihren Purpose unter anderem, weil sie etlichen Menschen in ihrem näheren und entfernten Umfeld diese Frage stellte: „Wenn ich ein Getränk wäre, was wäre ich?” Ihre Gegenüber waren so perplex, da kamen Antworten aller Art, von der Apfelschorle bis zum bisher unbekannten Cocktail. Nachdem Christine dann mehrmals nach dem Warum gefragt hat, kamen dabei Erkenntnisse heraus, die sie in ihrem Findungsprozess wirklich weitergebracht haben. 

  • „Die paar Jahre mehr Erfahrung”: Suche Gespräche mit Mentor*innen, Chef*innen, älteren Freund*innen! Menschen mit Erfahrung sind abgeklärter und diese Perspektive der Erfahrung solltest du für dich nutzen! Und frage auch Männer, denn Männer haben häufig noch einen anderen Blickwinkel, zum Beispiel was die Treiber angeht. Und je mehr Perspektiven du sammelst, desto weniger blind spots gibt es, die du übersehen könntest.

Step 3: Gib dir drei Monate Zeit!

Rechne aber damit, dass es länger dauern könnte – drei Monate sind sehr optimistisch, denn wie gesagt, es ist ein Prozess. Außerdem rät Christine dazu, dass du dir diese Zeit möglichst schön machst; kauf dir das schönste Notizbuch oder gönne dir freitags deinen „Purposekuchen”. Verschönere dir deinen Tag, denn diese Reise soll nun mal auch Spaß machen. 

  • Christine kann es nicht oft genug sagen: Nutze dein Notizbuch, denn das Hirn denkt (anders) beim Schreiben. 

  • Nutze kreative Reflektionstechniken: Das Unterbewusstsein hat auch was zu sagen.

  • Such dir eine Komplizin: Gemeinsam geht es besser weil #nagandnurture!

Wichtig: Essentiell für deine Purpose-Reise ist laut Christine „radical honesty”, also schonungslose Ehrlichkeit dir selbst gegenüber. Und fordere sie auch bei Gesprächen mit anderen ein. Wir wünschen dir spannende drei Monate!

nushu breaky mit Christine Solf
nushu breaky mit Christine Solf
nushu breaky mit Christine Solf
Christine Solf
Christine Solf

Am liebsten arbeitet Dr. Christine Solf als Komplizin: Sie gestaltet unkonventionelle Entwicklungsprogramme und begleitet digitale Transformationen mit Personal- & Organisationsentwicklung, Sparring & Coaching.Die Soziologin mit systemtheoretischem Fokus nutzt diesen sowie therapeutische Ansätze und künstlerische Methoden, um Wandel, Erkenntnisgewinn und Wachstum zu ermöglichen. #nagandnurture