Unsere nushu night am 26.06. in München

Geld ist Macht. Ein Mann ist keine Altersvorsorge

Risiko Altersarmut – ein unbequemes, wenig populäres Thema. Doch was bringt uns all das berufliche Engagement in unseren besten Jahren, wenn wir im Alter in der Armutsfalle landen? Frauen über 65 sind stärker armutsgefährdet als gleichaltrige Männer. Die Ursachen sind vor allem in der Erwerbsbiografie zu finden, sei es durch Kindererziehung, Pflege der Eltern oder Teilzeitarbeit. Bei Paaren ist jede vierte Frau finanziell abhängig, wie das Statistische Bundesamt schreibt: „Auch von den Frauen in Paargemeinschaften jüngerer Generationen lebte 2014 rund ein Viertel überwiegend von den Einkünften Angehöriger. Der Wert unterschied sich damit kaum vom Anteil der älteren Frauen in Paargemeinschaften.“ Bei den Paaren über 65 leben ebenfalls 25 Prozent der Frauen überwiegend von den Einkünften der Angehörigen.

Kurz gesagt: Altersvorsorge ist ein Thema, dass jeden von uns früher oder später angeht. Und bei all diesen Fakten war es höchste Zeit eine nushu night zu diesem wichtigen Thema zu veranstalten. Gemeinsam mit unseren Freundinnen vom Juristinnen-Netzwerk breaking.through und unserem Partner CMS Hasche Sigle luden wir deshalb am 26.06. unsere Münchner member zur nushu night „Geld ist macht! Ein Mann ist keine Altersvorsorge” ein. Wir freuen uns sehr, dass auch Helma Sick unserer Einladung als Speakerin gefolgt ist. Denn Frau Sick ist sozusagen die Grand Dame der Altersvorsorge! Bereits 1987 gründete sie frau&geld, wo sie seitdem tausende Frauen zur Vermögensplanung beraten hat. Zusätzlich ist sie Autorin mehrerer Bücher, unter anderem von „Ein Mann ist keine Altersvorsorge”. Den sehr informativen Vortrag kannst du hier zusammengefasst nachlesen:

„Altersarmut ist kein Naturgesetz, sondern ein Zusammenspiel von vielen diskriminierenden Faktoren und der Blauäugigkeit von Frauen.”

Laut der Studie „Frauen auf dem Sprung“ wollen 90% der Frauen finanziell unabhängig sein. Doch zwischen Anspruch und Realität klafft eine große Lücke. Die Problematik: Noch immer sind es vorrangig Frauen, die für die Erziehung der Kinder aus dem Job aussteigen und, wenn überhaupt, nur in Teilzeit zurückkehren. Nur in seltenen Fällen kann es sich eine karriereorientierte Frau heute noch leisten, lange aus dem Beruf auszusteigen. Fair wäre es daher, wenn sich beide Elternteile die Elternzeit aufteilen würden; so müsste keiner zu lange aus dem Job aussteigen, wenn er oder sie das nicht möchte. Doch Frauen stellen ihre beruflichen Ziele nicht nur bei der Kindererziehung hinten an, sondern auch wenn es um die Pflege der Eltern geht. Es wird kaum überraschen, dass 2/3 der Elternpflege von Frauen ausgeführt wird. Eine solche Doppelbelastung führt dann in vielen Fällen dazu, dass die traditionelle Rollenverteilung wieder in Kraft tritt und Frauen sich aus dem Beruf teils oder ganz zurückziehen. Und so kommt es, dass Frauen weniger für ihr Alter ansparen. Das da schnell riesige Summen zusammenkommen, die später fehlen, liegt auf der Hand. Denn: Teilzeitarbeit heißt auch Teilzeitrente. Wenn es dann soweit ist, haben sie weniger eigenes Geld zur Verfügung und sind abhängig von den Finanzen ihres Mannes. „Jede zweite Frau überlebt ihren Mann. Dann ist sie nicht nur allein, sondern auch arm”, so Helma Sick.

„Hope for the best, prepare for the worst!”

Helma Sicks eindringlicher Rat an Frauen:

-   Das Geld gemeinsam verwalten und die Kontoauszüge kennen!

-   Immer den Verstand einschalten und für den Ernstfall vorsorgen. Stichwort Ehevertrag: „Sei lieber jetzt unromantisch, als später arm”

-   Jede Ehefrau, die im eigenen Familienbetrieb arbeitet, sollte auf einen Vertrag und eine Festanstellung bestehen.

-   Wenn ein Paar das Modell wählt, dass ein Partner arbeitet, sollte der/die Verdiener*in in die Rentenversicherung der anderen Person einzahlen.

„Jammern verändert gar nichts, das stabilisiert nur das System. Wir Frauen müssen die volle Verantwortung für unser Leben übernehmen”

Abgerundet wurde der Vortrag von der anschließenden Panel-Diskussion mit nushu founderin Melly Schütze, Co-Moderatorin Marina Arntzen von breaking.through, der Finanzbloggerin Margarethe Honisch (Fortunalista, ausgezeichnet als einer der besten Finanzblogs Deutschlands) und der Rechtsexpertin Isabell Nachreiner. Auch hier gab es interessante Einblicke in die Finanz-und Rechtswelt: So ist eine unverheiratete Frau, die ihren Beruf aufgegeben hat und sich nun um ihre Kinder kümmert, in keinerlei Weise abgesichert, denn eine nichteheliche Lebensgemeinschaft bietet keinerlei Rechtsansprüche. Nur in der Ehe gibt es, sofern man Kinder hat, Absicherung. Ansonsten sollte man zwingend einen Partnerschaftsvertrag schließen.

Weitere interessante Beiträge zu Finanzthemen gibt es bei Fortunalista.

Das Buch von Helma Sick gibt es unter anderem hier zu kaufen.

Helma Sick

Helma Sick hat 1987 das Unternehmen frau & geld gegründet. Tausende von Frauen hat sie seitdem zur Vermögensplanung, existenziellen Absicherung und Altersvorsorge beraten. Aus langjähriger Praxis weiß sie also, was Frauen bewegt und was sie brauchen. Auch als Buchautorin und Kolumnistin der Frauenzeitschriften BRIGITTE und BRIGITTE WOMAN bringt Helma Sick vielen Frauen die Bedeutung finanzieller Lebensplanung nahe und vermittelt das nötige Basiswissen dazu. 

Isabel Nachreiner
Isabel Nachreiner

Isabel Nachreiner hat in Bayreuth, Heidelberg und Salzburg Jura studiert und ist Fachanwältin für Familienrecht. Nach einem Masterstudiengang in Schottland folgten Stationen bei verschiedenen Kanzleien mit den Schwerpunkten Familienrecht, Erbrecht und Arbeitsrecht. Seit Mai 2015 hat sie ihre eigene Kanzlei in München und konzentriert sich auch hier auf Familien- und Erbrecht. 

Margarethe Honisch
Margarethe Honisch

Margarethe Honisch studierte zunächst Kommunikation- und Medienwissenschaften und arbeitete nach ihrem Studium bei Agenturen, wo sie große Konzerne beriet. Erst mit Ende 20 begann sie sich für ihre Finanzen zu interessieren und merkte, wie dringend und wie wichtig es ist, die Altersvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Die Informationen, die sie zum Thema Finanzen fand, überzeugten sie nicht. Es waren Informationen von Männern, für Männer geschrieben. Also entschied sie sich dieses wichtige Thema selbst in die Hand zu nehmen und gründete 2017 Fortunalista - einen Finanzblog, der sich ausschließlich an Frauen wendet. Im November 2019 erscheint das erste Buch der Finanzbloggerin im Piper Verlag. Mit "Easy Money" möchte Margarethe alle die Menschen ansprechen, die sich bisher nicht für Finanzthemen interessiert haben und die Leser an die Hand nehmen, ihre eigenen Finanzen in den Griff zu bekommen.

Marina Arntzen
Marina Arntzen

Marina Arntzen ist Rechtsanwältin in einer internationalen Wirtschaftskanzlei mit Schwerpunkt Gesellschaftsrecht/M&A. Sie studierte in Düsseldorf Rechtswissenschaften und verbrachte ein Jahr als Erasmusstipendiatin an der European-Law-School Maastricht und in Jaén. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Rechtsreferendariat am Oberlandesgericht Düsseldorf, u.a. mit Stationen im Deutschen Generalkonsulat in Miami und in einer internationalen Wirtschaftskanzlei in London. Außerdem absolvierte sie einen Masterstudiengang (LL.M.) in den Bereichen „Corporate and Commercial Law“ an der London University. Sie ist zudem Autorin des juris PraxisReports und veröffentlicht regelmäßig Beiträge zu gesellschaftsrechtlichen Themen. Neben der Tätigkeit als Rechtsanwältin engagiert sie sich ehrenamtlich als Redakteurin für breaking.through. 

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In Kooperation mit unseren Wegbegleitern Lillet, accenture, CMS, Deutsche Bahn, HummelsportInnovation Norway, OTTO und unilever haben wir dieses Event möglich gemacht. Ein herzliches Dankeschön auch an CMS München für die wunderschöne Location und Stop the water while using me für die Ausstattung der Bäder.

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